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Senioren informieren sich über den neuen Begriff der Pflegebedürftigkeit

Der Seniorenvorsitzende Johannes Zimmermann wollte seine Senioren so früh wie möglich über die Änderungen in der Pflege, gültig ab dem 01.01.2017, informieren und konnte Frau Iris Austermann von der privaten Pflegeberatung COMPASS als Referentin gewinnen.

Knapp 40 Senioren lauschten interessiert den Ausführungen von Frau Austermann. Grundlage der Änderungen ist das Pflegestärkungsgesetz II (PSG II). Nach altem Recht wurde die Pflegebedürftigkeit durch den Medizinischen Dienst (MDK) ausschließlich für die Pflege in Minuten festgestellt und in Pflegestufen I – III eingeteilt. Nach neuem Recht wird die Pflegebedürftigkeit nach körperlichen, kognitive (geistige) oder psychische Beeinträchtigungen nach Punkten festgestellt und in 5 Pflegegrade eingeteilt. Der Grad der Selbständigkeit und der Fähigkeiten werden in 6 Modulen (Lebensbereiche) ermittelt.

  1. Mobilität (z.B. Fortbewegen innerhalb des Wohnbereichs, Treppensteigen etc.)
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (z.B. z.B. örtliche und zeitliche Orientierung etc.)
  3. Verhaltensweisen und psychischen Problemlagen (z.B. nächtliche Unruhe, selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten)
  4. Selbstversorgung (z.B. Körperpflege, Ernährung etc. – hierunter wurde bisher die „Grundpflege“ verstanden)
  5. Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (z.B. Medikation, Wundversorgung, Arztbesuche, Therapieeinhaltung)
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (z.B. Gestaltung des Tagesablaufs)

Frau Austermann machte an Hand von Beispielen die Module greifbar und verständlich.

Der Pflegegrad wird mit Hilfe eines pflegefachlich begründeten Begutachtungsinstruments ermittelt.

  1. Pflegegrad 1: geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit (ab 12,5 bis unter 27 Gesamtpunkte)
  2. Pflegegrad 2: erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit (ab 27 bis unter 47,5 Gesamtpunkte)
  3. Pflegegrad 3: schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit (ab 47,5 bis unter 70 Gesamtpunkte)
  4. Pflegegrad 4: schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit (ab 70 bis unter 90 Gesamtpunkte)
  5. Pflegegrad 5: schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung (ab 90 bis 100 Gesamtpunkte)

Die neuen Leistungsbeträge in € / Monat

Pflegegrad

1 2 3 4 5
Pflegegeld § 37   316 545 728 901
Sachleistung ambulant § 36   689 1.298 1.612 1.995
Sachleistung stationär § 43 125 770 1.262 1.775 2.005
Tages-/ Nachtpflege   689 1.298 1.612 1.995
Entlastungsbetrag § 45 b 125 125 125 125

125

Ziel der Änderungen im PSG II ist es, die häusliche Pflege so lange wie möglich zu ermöglichen. Daher wurden die Sachleistungen deutlich erhöht, wobei sich die Leistungsbeträge für die stationäre Pflege kaum erhöht haben.

Frau Austermann empfiehlt die Pflegeberatung bereits vor dem Pflegefall in Anspruch zu nehmen.

Der engagiert vorgetragene Vortrag wurde mit einem anhaltenden Applaus belohnt. Der Vorsitzende bedankte sich mit einem GdP Teddy als kleine Aufmerksamkeit.

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